07.11.2017 Von: Angelika Schlotmann

Albtraum Rechenschwäche

Lukas ist rechenschwach.

Anfang der dritten Klasse hat die Lehrerin den Eltern mitgeteilt, dass Lukas so schlechte Noten in Mathe schreibt, dass der vermutlich eine Dyskalkulie hat. Im Unterricht fehlt das Verständnis für Zahlenräume, Lukas beteiligt sich nicht am Unterricht, macht in Klassenarbeiten viele Fehler. Die Leistungen lassen an einem späteren Realschulabschluss oder gar an einem Abitur stark zweifeln. Lukas selbst findet die Mathematik schrecklich, auch die Eltern überfordert das tägliche Üben ohne Erfolg. Zunächst empfiehlt die Lehrerin Lukas, eine psychologische Diagnostik zu machen. Dort bekommt der dann die Diagnose Rechenstörung nach ICD-10. Eine spezialisierte Einrichtung für Rechentherapie fängt mit ihm an, im Zehnerraum Klötzchen zu zählen. Zunächst entspannt sich alles. Doch auch nach einem halben Jahr zählt Lukas immer noch Klötzchen. Die Leistungen in der Schule werden immer schlechter. Die Eltern sind beunruhigter als zuvor. Aus Gesprächen mit dem Therapeuten erfahren sie, dass die Therapie noch mindestens ein Jahr dauern werde und dass die Rechenschwäche außerdem nicht behoben werden könne. Lukas soll lernen, damit zu leben. Mitte der vierten Klasse sind die Leistungen in Mathematik noch weiter abgesunken. Eine Aufgabe wie 32 geteilt durch 9 kann immer noch die gesamte Familie in ein Drama stürzen, denn Lukas hat nach wie vor gar keine Vorstellung, weder von der Problemstellung, noch von der Lösung. Alle sind enttäuscht. Lukas jedoch leidet am meisten darunter. Dann lesen die Eltern zufällig von einer anderen Methode, bei der man Zahlen selbst mit Wasser herstellen kann. Sie buchen eine erste Stunde und erzählen, wie schlimm die Vergangenheit war und dass sie schon fast alle Hoffnung aufgegeben haben. Lukas stellt seine erste Zahl selbst mit Wasser her. Das dauert 15 Minuten, da Lukas noch keine Vorstellung von Zahlen und Ihren Eigenschaften hat. Am Ende hat er eine 9 geschüttet und ist sehr stolz, denn er hat zusammen mit seiner Therapeutin gegen Papa und Mama gewonnen. Die nächsten Zahlen herzustellen, klappt schon schneller. Am Ende der Stunde versteht Lukas, was eine 32 ist und löst die Rechnung 32 geteilt durch 9 selbständig und richtig. Schließlich erklärt er seinen Eltern, warum bei dieser Rechnung 3 Rest 5 herauskommt. Nun schüttet Lukas auch zu Hause und es beginnt ihm Spaß zu machen, mathematische Rätsel zu knacken. Die Lücken aus den vier ersten Klassenstufen holt er bis zum Sommer auf. Dann wechselt er auf ein Gymnasium. Die Wasserglasmethode begleitet ihn weiterhin. Alle Rechenwege und Formeln will Lukas verstehen und deshalb schüttet er fleißig. "Mein Ziel sind 13 Punkte im Mathe-Abi", sagt Lukas, "das brauche ich für mein Medizinstudium, also gib mir noch ein paar schwere Übungsaufgaben".

Heute ist es offiziell: Lukas hat sein Mathematik Abitur in Baden-Württemberg mit 13 Punkten bestanden. Herzlichen Glückwunsch Lukas!

Im Überblick

  • Über die Wasserglasmethode®

    Von: Frank Supper Datum: 07.08.2017
    Lehrer, die die Wasserglasmethode im Unterricht einsetzen, vermitteln ihren Schülern ein tiefes Verständnis der ...